NORDAMERIKANISCHE ETHNOLOGIE

Die äußerst beliebte Indianer Ausstellung in Dahlem konnte erst 1999 wieder in ihrem vollen Umfang errichtet werden, nach dem die Sowjetunion ihre Raubkunst 1959  an die DDR zurückgegeben hatte und die Wiedervereinigung ermöglichte die endgültige Rückführung nach Dahlem aus Leipzig, wo die Sammlungsbestände zwischen gelagert waren.

Die überwiegende Zahl der etwa 25 000 Objekte aus Nordamerika kam zwischen 1870 und 1914 nach Berlin, entweder durch Ankäufe von amerikanischen Sammlern und Händlern oder durch den Austausch mit amerikanischen Museen. Das Ethnologische Museum besitzt aber auch Sammlungen von deutschen Forschungsreisenden des frühen 19. Jahrhunderts wie Prinz Maximilian zu Wied, Herzog Paul von Württemberg oder Balduin Möllhausen. Die größte Einzelsammlung ist die von Adrian Jacobsen, der zwischen 1881 und 1883 die Nordwestküste und Alaska bereiste und dabei etwa 7000 Objekte für das Museum erwarb.

Trotz der Fülle des vorhandenen historischen Materials werden sich die Ausstellungsmacher des Humboldt Forums bemühen auch die Gegenwart  mit einzubeziehen. Damit den Besuchern deutlich gemacht werden soll, dass indianische Kulturen  keine nostalgischen Relikte einer mythischen Vergangenheit sind, sondern Beispiele einer lebendigen Gemeinschaft, die auch im 21. Jahrhundert weiter darum kämpfen muss, ihren Landbesitz und ihre ethnische Eigenständigkeit zu bewahren.