OST- UND NORDASIEN

45 000 Objekte aus Ostasien (China /inklusive Tibet, Mongolei, Japan, Korea und Taiwan) und 6 000 Stücke aus Sibirien umfasst diese Sammlung. Die Objekte wurden zwischen 1870 und 1990 gesammelt und bilden ein diverses Konvolut, das sowohl die Interessen der Sammler, als auch der Kustoden spiegelt.

Die Geschichte der Abteilung Ostasien reicht in ihren Wurzeln bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Die Bestände des „Ethnographischen Cabinets“ der Kunstkammer wurden vom 1873 gegründeten Berliner „Museum für Völkerkunde“ übernommen. Teile davon waren bereits seit 1856 im Neuen Museum ausgestellt.

Ostasiatika zum Thema Ackerbau und Handwerk wurden im Museum in der Stresemannstraße seit 1886 und in erweitertem Umfang, einschließlich der Bereiche Buddhismus, Daoismus, Schamanentum und Shinto , seit 1921 in Dahlem gezeigt.

Seit 1955 wurde die Sammlung verstärkt ausgebaut. Vor allem Zeugnisse der städtischen und ländlichen Alltagskultur aus der Zeit zwischen 1900 und 1990 wurden erworben. Eine Zeit, die in China von gewaltigen Veränderungen gekennzeichnet ist. Damit werden die Zeugnisse in Museen immer wichtiger, weil sie uns zeigen woher wir gekommen sind.

Im Zuge der Wiedervereinigung konnte das Museum alte Bestände zurückführen, die  seit ihrer Rückführung aus der Sowjetunion, wohin sie als Kriegsbeute verschleppt worden waren, in Leipzig zwischengelagert waren. Außerdem wurden die rund 3000 Objekte zählenden völkerkundlichen Bestände aus der Ostasiatischen Sammlung (1951 – 1991 im Pergamonmuseum untergebracht) übernommen.

Heute besitzt die Ost- und Nordasiatische Abteilung über 50.000 Objekte von herausragender historischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Dazu gibt es eine umfangreiche Foto- und Archivsammlung, die den jeweiligen Themen entspricht: Die Forschungs- und Sammelreisen sowie weitere Erwerbungen sind also überwiegend gut dokumentiert. Nicht nur Regionalwissenschaftler nutzen dieses Archiv für Fragen zu ihrer Landes- oder Regionalgeschichte, sondern ebenso Indigene, Vertreter aus Sibirien, Korea, Japan, Taiwan und China. Diese bedeutende Sammlung fristete unter dem Dach des Museums eine wenig besuchte Abteilung. Es ist zu hoffen, dass  ihre Präsentation im Humboldt Forum größere Beachtung findet.