Das Museum

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Süd- und Ostfassade

© SHF / Foto: Christoph Musiol

Das Ethnologische Museum setzt sich heute selbstkritisch mit den Bedingungen seiner Entstehung sowie der Herkunft seiner Sammlungen auseinander und setzt sich für die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus und seinen anhaltenden gesellschaftlichen Nachwirkungen ein. Sein Ziel ist die Bewahrung und Erforschung materieller und immaterieller Kulturgüter, ebenso wie die Vermittlung ihrer historischen und heutigen Bedeutungen sowie ihrer ästhetisch-sinnlichen Erfahrungsdimensionen. Auch tritt das Museum für enge Beziehungen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Herkunftsländer und Ursprungsgesellschaften, aus denen die Sammlungen stammen, sowie mit der Berliner Stadtgesellschaft ein. 

Ethnologisches Museum Berlin

Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verfügt über eine einzigartige Vielfalt ethnographischer, archäologischer und kunsthistorischer Sammlungen – mit Objekten, Fotografien, Filmen und musikethnologischen Tondokumenten aus Afrika, Asien, Amerika, Australien und Ozeanien. Seine Exponate und Sammlungen, die zum Teil ab Herbst 2021 im Humboldt Forum gezeigt werden, befördern Begegnungen zwischen unterschiedlichsten Menschen und Sichtweisen und stehen für die Wertschätzung hochdiverser kultureller Ausdrucksformen in einer globalisierten Welt. 

Zugleich wurde ein Großteil dieser Kulturzeugnisse während der Kolonialzeit nach Berlin gebracht, und auch die Gründung des Ethnologischen Museum selbst im Jahr 1873 ist in diesem gewaltvollen historischen Zusammenhang verortet.

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Nehoa Kautodonkwa, Cynthia Schimming und Julia Binter mit Kandina im Depot des Ethnologischen Museum Berlin. Filmstill aus Tracing Namibian-German Collaborations at the Ethnologisches Museum Berlin (AT). Foto: Moritz Fehr, 2019

Forschungscampus Dahlem

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Das Ethnologische Museum Berlin in Dahlem vor dem Umzug ins Humboldt Forum. © SMB / Achim Kleckre

Des Weiteren baut das Ethnologische Museum seine Kooperationen mit internationalen Forschungs- und Sammlungseinrichtungen im Forschungscampus Dahlem im Zuge seiner strategischen Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin aus und stärkt die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren aus den Herkunftsgesellschaften in der Erforschung seiner Sammlungen aus postkolonialer und transregionaler Perspektive. In den letzten Jahren sind in diesem Rahmen zahlreiche Aktivitäten im Bereich sammlungsbezogener Lehre, Forschung und Nachwuchsförderung entstanden, die den Forschungscampus – gemeinsam mit den oben genannten Initiativen – zu einem lebendigen und zukunftsweisenden Ort inter- und transdisziplinären Lernens und Arbeiten machen.

Forschungscampus Dahlem

Eine zentrale Rolle im Selbstverständnis des Museums spielt seine enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der Staatlichen Museen zu Berlin bzw. der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie mit den zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen Berlins im Forschungscampus Dahlem. Die Kooperationen in diesem – im deutschsprachigen Raum einzigartigen – Modell für inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der sammlungsbezogenen Forschung beziehen sich insbesondere auf das Museum für Asiatische Kunst, das Museum Europäischer Kulturen, das Institut für Museumsforschung, das Rathgen-Forschungslabor, die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und das Ibero-Amerikanische Institut. 

Seite von Hansjörg 181008_JSPK_PHT004.jp

Workshop mit Gästen vom oberen Rio Negro (Brasilien) in Berlin, Oktober 2018. © SPK / photothek.net / Inga Kjer